Newsnational Freitag, 05.01.2018 |  Drucken

Wenn der Gehweg zur Moschee wird

Die Not der Räumlichkeiten zeigt sich besonders zum Freitagsgebet, wenn die Straße vor der Moschee kurzerhand mit Teppichen gebetsfähig gemacht wird.

Im gesamten Bundesland um 13:00 zum gemeinschaftlichen Freitagsgebet sieht man sie, die „Horden von Männern". Das Zusammenkommen ist jedoch nicht wie von Beatrix von Storch kürzlich getwittert ,,ein barbarisches...‘‘ (an dieser Stelle verzichten wir auf weitere Ausführung des verächtlichen Tweets), sondern ein dem friedvollen Gedenken an Gott sowie dem spirituellen Auftanken, so wie es Gott den Muslimen aufgetragen hat, gewidmet. Frauen sowie Männer besuchen freitags den Gottesdienst, lauschen der Predigt des Imams und beten gemeinsam zu Gott. Wer früh genug kommt, genießt die Ruhe und Wärme der Gebetsräume, von puristischer Einrichtung bis hin zur hochmodernen Interpretation eines Gebetsraumes. Manch anderer sitzt mit dicker Jacke auf einem dünnen Teppich vor der Moschee, während der Straßenverkehr die Worte des Imams im Sausen der Geräuschkulisse untergehen lässt.

Dieser Missstand geht uns alle an, Muslime wie auch Nicht-Muslime. Besonders in den neuen Bundesländer fehlt es an Gebetsräumen. Hier macht sich die Not am deutlichsten bemerkbar.

Ohne geeignete Gebetsräume entstehen anonyme Gebetsräume ohne Kontrolle

Die Politik sollte diesen Missstand nicht aus den Augen verlieren. Nicht nur, weil sich die Nachbarn durch die betenden Muslimen gestört fühlen könnten, auch weil die Muslime selbst, durch die Not, in Gebetsräumen unterkommen, wo sie den Radikalen schutzlos ausgeliefert sind. Das könnte zur Radikalisierung führen, besonders bei Jugendlichen, die durchaus anfälliger sind für die gehirnwaschenden Machenschaften solcher Radikalen.

Positive Entwicklung in Potsdam

Nach langem Hin und Her ist es dem Verein der Muslime in Potsdam mit der Stadtregierung gelungen, aus dem Provisorium in der Biosphäre zu festen Räumlichkeiten zu kommen. Das ist ein richtiger Schritt. Zum einen entsteht für die muslimische Gemeinde nun ein gesunder Rahmen, in dem sie ihre Gemeindearbeit einbetten kann, zum anderen ist es der Stadt Potsdam möglich die Arbeit der Gemeinde mitzugestalten. Das Miteinander ist ein wertvoller Zugewinn für beide Seiten.

Zentralrat der Muslime fordert mehr Gebetsräume

Unlängst hat der ZMD diesen Missstand bereits geäußert. ,,Viele muslimische Gemeinden suchen in diversen Städten nach einer dauerhaften Bleibe: etwa in Weimar, Halle, oder Rostock, bisher aber ohne Erfolg.“,  berichtet ein Sprecher des Zentralrats der Muslime in Deutschland der Deutschen Presse-Agentur.
Durch Abschaffung von Gebetsräumen wie an der TU Berlin verschärft sich die Situation und dies ist ein Schritt in eine falsche Richtung.



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